Ein wirklich schöner Leitartikel vom Spiegel:
Nach den Vorwürfen von Collien Fernandes gegen Christian Ulmen wird von den Männern gefordert, »die Stimme zu erheben«. Dabei wäre es sinnvoll, auch mal nichts zu sagen.
Vor allem das hier ist auf dem Punkt:
Eine Liste, die sich mindestens um einen weiteren Punkt erweitern lässt. Fünftens: Sie finden es entsetzlich, haben dem bereits erfolgten »Aufschrei« aber nichts Sinnstiftendes hinzuzufügen.
Dieser implizite Zwang, sich zu jedem Thema bekennen zu müsssen, geht mir schon lange auf die Nerven, auch hier ein sehr passendes Zitat:
Gegenwärtig scheint die Bedeutung der alten Redewendung »Reden ist Silber, Schweigen ist Gold« komplett gekentert zu sein. Reden ist neuerdings Gold, und Schweigen stille Komplizenschaft mit dem Patriarchat und seinen abscheulichsten Auswüchsen. Einfach mal die Klappe halten, und sei es aus guten Gründen, ist in dieser Lage keine Option.
Das gilt auch für Israel, Palästinenser, usw usf (hat der Artikel auch gut erwähnt).
Scheint aber eine der Auswüchse unserer Zeit zu sein, die Leute zwingen zu wollen, sich zu jedem Thema zu äußern. Im kleinen geht mir das so was auf die Nerven dass Apps/Programme einen zwingen wollen sie zu bewerten, und auch nicht locker lassen. Was wiederum bei mir die Reaktion hervorruft, dass ich - wenn ich dazu gezwungen werde - eine extrem negative Bewertung abgebe, genau aus dem Grund (Bewertungszwang).
Warum nicht einfach die Leute freiwillig was sagen lassen und sie nicht ständig auffordern/zwingen?
https://archive.ph/r9Rxf